Grundlagen des Obstbaumschnittes

Die Grundlagen des Obstbaumschnittes lassen sich in ein paar wichtige Prinzipien gliedern. Ziel ist es, Bäume gesund, langlebig und ertragreich zu halten, indem man das Wachstum lenkt und die Krone lichtdurchlässig gestaltet.

Im Frühjahr werden im Obstlehrgarten Schnittkurse angeboten. Dort können Interessierte die Praxis des Obstbaumschnittes direkt erlernen und anwenden, Bilder unserer Kurse finden Sie in der Galerie. Klingt interessant → schreiben Sie uns einfach über unser Kontaktformular.

Grundziele des Schnitts

  • Gesundheit fördern: Entfernen von kranken, abgestorbenen oder verletzten Ästen.
  • Wuchs steuern: Bäume sollen eine stabile, ausgewogene Krone entwickeln.
  • Ertrag sichern: Durch gutes Licht und Luft in der Krone entstehen bessere Früchte.
  • Langlebigkeit: Ein gut aufgebauter Baum bleibt vitaler.

 

Schnittarten

  • Erziehungsschnitt (Jungbaum)
    • Formt die Krone von Anfang an.
    • Wichtig: Leittrieb (Mitteltrieb) + 3–4 Leitäste in günstigen Winkeln.
  • Erhaltungsschnitt (Erwachsener Baum)
    • Sorgt für Licht und Durchlüftung.
    • Entfernen von Konkurrenztrieben, steilen Wasserschossen, nach innen wachsenden Zweigen.
  • Verjüngungsschnitt (Alter Baum)
  • Entfernen von überaltertem Holz.
  • Fördert neues Wachstum, damit der Baum wieder fruchtet.

 

Grundprinzipien beim Schneiden

  • Licht ist entscheidend: Früchte brauchen Sonne, daher sollte man „so viel herausschneiden, dass ein Vogel durch die Krone fliegen kann“.
  • Schnittstellen sauber setzen: Knapp über Knospe oder Seitenast, ohne Stummel stehen zu lassen.
  • Schwach nach stark, steil nach flach: Steil nach oben wachsende Triebe fördern nur Holz, flach wachsende fördern Blüten.
  • Starke Schnitte → starkes Wachstum (viele neue Triebe).
  • Sanfte Schnitte → Fruchtbildung (ruhigeres Wachstum, mehr Blütenknospen).

 

Der richtige Zeitpunkt

  • Winter/Frühjahr (laublos): regt Wachstum stark an, geeignet für Erziehung und Verjüngung.
  • Sommer: beruhigt den Baum, bremst zu starkes Wachstum, fördert Fruchtqualität.
  • Kernobst (Apfel, Birne): verträgt Winterschnitt gut.
  • Steinobst (Kirsche, Pflaume, Aprikose, Pfirsich): besser im Sommer schneiden (geringere Krankheitsgefahr, z. B. Gummifluss).

 

Häufige Fehler und die Folgen

  • Zu viel auf einmal schneiden → Baum treibt nur Wassertriebe.
  • Schnittwunden stehen lassen → Eintrittspforten für Krankheiten.
  • Krone zu dicht belassen → schlechte Belichtung, kleine Früchte, Krankheitsgefahr.